RENÉ WILDHABER AM MOUNT CAMEROON

Unser perspactives Botschafter René Wildhaber zieht sich zunehmend aus dem Mountainbike-Rennzirkus zurück und widmet sich nun lieber anderen Projekten wie seinem Nachwuchscamp Wildi’s Füchse oder Filmtrips – wie jetzt zum Mount Cameroon, dem höchsten Berg Westafrikas. Checkt das Video und unser Interview zum Trip mit René.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Drei Tage lang hoch laufen – das klingt nicht sooo einladend. Zwei Tage lang mit dem Mountainbike wieder runter fahren ist schon eher nach unserem Geschmack. Aber wie heisst es so schön: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. René nahm gemeinsam mit Alban Aubert und Fotograf/Filmer Antonin Pergod die Strapazen auf sich, um den 4.095m hohen Mount Cameroon zu besteigen: Schlechtes Wetter, Kälte, Hunger, das Velo tragen. Aber all das lohnt sich für den Ausblick auf den Atlantik und natürlich die Fahrt wieder runter. Und die hat es in sich: vielfältige Natur und Untergründe (Lavagestein, Dschungel, Steinwüsten, Savanne, Lavasand, …) sorgen für jede Menge Abwechslung. Am Ende wartet dann das Meer und sorgt für die verdiente Abkühlung.

Erzähl mal, René!

Wir haben René ein paar Fragen zu seinem Trip gestellt:

Wie bist du auf dieses Projekt gekommen? Warum Kamerun? Warum dieser Berg?

Mich interessieren Bike-Abenteuer. Projekte, die noch niemand vorher unternommen hat. Kamerun hat ein enormes Potential. Wunderschöne Landschaften mit Sandstränden, Bergen, Dschungel, Savanne und Wüste. Und am liebsten unternehme ich lange Abfahrten auf meinem Mountainbike. Mit 4.040 Höhenmetern in einer Abfahrt ist das natürlich eine schöne Herausforderung.

Wie viele Tage hat der Aufstieg gedauert? Und was muss man da alles mitnehmen? Verpflegung, Kleidung, Equipment, …

Aufgrund von schlechtem Wetter dauerte unser Aufstieg länger als geplant – insgesamt drei Tage! Auf Meereshöhe war es bis zu 40°C heiss, auf dem Berg dann um den Gefrierpunkt. Nach der Abfahrt gingen wir in die Savanne und da erlebten wir 45°C, da muss man kleidungsmässig sehr flexibel sein. Das grösste Problem war Wasser zu organisieren am Mount Cameroon, da oberhalb von 2.200m keine Quellen mehr zu finden sind. Lokale Träger transportierten Wasserflaschen, um uns zu versorgen und machten den Trip möglich.

Wie müssen wir uns so eine Film-Produktion vorstellen? Wie viele Personen sind da dabei? Sind die einzelnen Stationen fest geplant oder muss man auch improvisieren?

Wir waren zwei Fahrer und ein Fotograf/Filmer. Dazu ein lokaler Guide und fünf Träger. In Afrika ist es nicht so einfach eine Reise zu organisieren. Alles dauert etwas länger und wir sind uns nicht so gewohnt an die Umstände. Leider stellte die Regierung im Norden des Landes den Internetzugang aus politischen Gründen ab. Für eine kleine Safari mussten wir ein Offroad Fahrzeug und Diesel durch Rumfragen auftreiben.

Und beim Filmen? Seht ihr dann einen coolen Spot, fahrt wieder ein Stück zurück und filmt dann die Stelle nochmals?

Genau, wir versuchen die Zeit und das Licht optimal zu nutzen.

Welches ist dein Lieblingsfoto auf deinem Smartphone von dem Trip?

Mit meinem Samsung Handy hab ich das Lagerfeuer und den Suppentopf gefilmt, nachdem es sechs Stunden dauerte, um mit nassem Holz und ohne voll funktionierendes Feuerzeug das Feuer zu starten. Die ganze Mannschaft war sehr froh um etwas Warmes im Magen nach den kalten Stunden.

Und welche Berge sind denn nun schöner? Die in Kamerun oder doch zu Hause in der Schweiz?

In Kamerun gibt es halt Vulkane, von der Landschaft her ganz was anderes als bei uns. Was ich bei uns sehr mag sind die Jahreszeiten und die Verwandlung der Landschaft. Den Schnee mag ich ganz besonders.